Auf dem Weg Teil 2

Maria besucht Elisabeth Lukas 1.39 -56

Fast bin ich am Ziel! Mir tun schon ganz schön die Füße weh vom langen Weg. Ob sich Onkel Zacharias und Tante Elisabeth wohl freuen, dass ich sie besuche? Ob ich ihnen erzählen soll, was ich letzte Woche erlebt habe? Dass mich ein Engel besucht hat?

Bis zu dem Moment war ja alles in Ordnung, ich habe auf dem Feld und im Haus geholfen und bald wollte ich meinen Verlobten Josef heiraten. Josef kommt aus Bethlehem und ist ein richtiger Nachkomme von unserem großen König David. Mein Josef ist Handwerker und kann sehr gut mit Holz umgehen. Aber ob er mich jetzt noch heiraten will? Wo ich doch das Gottes Kind bekommen soll? So viele Fragen, die mich beschäftigen. Vielleicht kann ich ja mit Tante Elisabeth darüber sprechen.
Hier ist ein Wegweiser: nach Bethlehem zeigt er. In ein Dorf in der Nähe, da wohnt Elisabeth, da will ich hin. Super, dann hab ich’s bald geschafft.
Tante Elisabeth schaut von ihrer Arbeit auf, als sie mich sieht und fasst sich an den Bauch und sagt“ Hallo, Maria, ich grüße dich! Es ist gerade so, als ob mein Kind in meinem Bauch hüpfen würde.“ Das gibt’s doch gar nicht! Die alte Elisabeth ist schwanger? Was für ein Wunder! Und….es ist genau so, wie es der Engel zu mir gesagt hat!
Elisabeth und ich fallen uns um den Hals, sie ist total erfreut, dass ich sie besuche. Und dann bricht es aus vollem Herzen aus ihr heraus und sie sagt: “Ich fasse es nicht! Wie kommt es, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Maria, du hast es ganz richtig gemacht, du hast dem Engel vertraut und es wird alles so kommen, wie er gesagt hat“.
Jetzt bin ich aber platt: Woher weiß Elisabeth von meiner Schwangerschaft? Unterwegs hierher habe ich mir überlegt, ob ich ihr mein Geheimnis anvertrauen soll und nun weiß sie schon Bescheid? Und tatsächlich bekommt auch sie ein Kind, wie es der Engel gesagt hat. Unglaublich!
Dann setzen wir uns unter den Feigenbaum und ich fange an zu erzählen , wie ich erschrocken war, als der Engel plötzlich vor mir stand und was er gesagt hat, dass ich keine Angst haben soll und einen Sohn bekommen werde und dem soll ich den Namen Jesus geben und dieses Kind soll Gottes Sohn sein. „Elisabeth, da wurde mir klar, dass das, was der Engel sagte, nichts anderes ist, als die Erfüllung dessen, was schon vorausgesagt war, nämlich dass ein König auf die Welt kommt. Dann meinte der Engel noch, dass dieses Kind in mir von Gott kommt. Deshalb wird dieses Kind Gottes Sohn sein.“ „Verstehst du? Und dass du auch schwanger bist, in
deinem Alter eigentlich unmöglich, das hat er auch gesagt – im Grunde genauso unvorstellbar, wie das, was der Engel zu mir gesagt hat.“
Aber der Engel fügte noch hinzu: ”Vor Gott ist NICHTS unmöglich.“ „Das glaube ich, Elisabeth, darum habe ich geantwortet: Ich will mich Gott ganz zur Verfügung stellen.“
Und schwupps, weg war er, der Engel. Ich habe Angst, dass mir niemand glaubt, dass es so gewesen ist.
Glaubst du mir, Tante Elisabeth, dass Gott der Vater von meinem Kind sein will? “
Elisabeth hat mir bis jetzt ganz still zugehört, schaut mich mit ihren großen Augen an und nimmt meine Hand, als sie sagt:“ Ja Maria, ich glaube dem Wort des Engels und ich glaube dir!“
Mir kullern Tränen vor Freude die Wange hinunter, ich bin so erleichtert, dass Tante Elisabeth mich versteht!
Und doch habe ich Angst, dass die Leute mir nicht glauben. Aber Tante Elisabeth nimmt mich in den Arm und tröstet mich: „ Gott wird seinen Sohn und die Mutter seines Sohnes beschützen– vertrau ihm nur weiter! ER wird’s gut machen! Und nun freue ich mich, dass du hier bist, du kannst mir helfen, bis ich mein Kind geboren habe– Ich bin ja nicht mehr die Jüngste und die Arbeit im Haus und auf dem Acker fällt mir schon ganz schön schwer.“
Und so bin ich, Maria, drei Monate im Haus meiner Verwandten Elisabeth Zacharias geblieben, bis der kleine Johannes geboren war.