Auf dem Weg Teil 5

Die Hirten auf dem Weg zum Kind (Lukas2, 8-20)

Ein Hirte erzählt:
Es war eine Nacht wie jede andere. Nachdem ich nochmal nach meinen Schafen geschaut hatte, haben wir noch ein wenig am Feuer gesessen und uns unterhalten. Es war eine ganz stille Nacht, kein Wind und viele Sterne am Himmel. Da plötzlich wurde es total hell und ein Engel stand vor uns. Du glaubst nicht wie sehr wir uns erschrocken haben. Wir hatten Angst wie noch nie! Aber da sagte der Engel schon: ”Fürchtet euch nicht. Ich verkünde euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, das ist Christus, der Herr, in Bethlehem, in der Stadt Davids. Und das soll für euch das Zeichen sein: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“

Und das war noch nicht alles, denn auf einmal waren ganz viele Engel da und sie sangen sooo schön, wie wir es noch nie gehört hatten, einfach wunderschön! Sie sangen: ”Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Ich hatte ein riesiges Kribbeln im Bauch! Dieses Gefühl kann ich gar nicht beschreiben. Es war ein ganz besonderer Moment draußen auf den Feldern bei unseren Schafen.
Und dann hat es einen kurzen Moment gedauert, bis uns klar wurde, dass wir gerade Boten Gottes begegnet waren.
Wir ließen alles stehen und liegen und machten uns auf den Weg nach Bethlehem; was soll ich sagen: wir rannten, so eilig hatten wir es. Denn das wollten wir doch mit eigenen Augen sehen, was da geschehen war.
Ganz außer Atem, etwas erschöpft und ganz schön aufgeregt, klopften wir an eine Stalltür. Ein besonderer Stern am Himmel hat uns übrigens die ganze Zeit den Weg gezeigt. Es lag so eine besondere Stimmung in der Luft. Ganz leise auf Zehenspitzen sind wir hineingegangen im den Stall und es war alles genauso wie es der Engel gesagt hatte: Das Kind – der Heiland, hatte wie jedes andere Kind, Windeln an. Und es lag warm zugedeckt mit Stroh in einer Futterkrippe.
Alles war so ruhig und friedlich. Die Eltern Maria und Josef standen mit leuchtenden Augen und einem besonderem Lächeln im Herzen vor dem neugeborenen Kind.
Als ich näher trat und vor dem Kind stand, da wurde mir erst richtig klar: Vor mir liegt Gottes Sohn – in Windeln und in einer Futterkrippe. Da konnten wir Hirten alle gar nicht mehr anders: wir knieten vor der Krippe nieder und beteten das Kind an. Jesus, was so viel heißt wie: „Gott hilft“, lag vor uns in der Krippe. Was für ein Wunder!
Wie sehr uns Gott lieb haben muss. . . Gottes Sohn kommt mitten unter uns zur Welt- nicht in einem Palst, sondern in einem Stall ist er zu allen Menschen gekommen, ob arm oder reich, jung oder alt. Soweit das, was ich, der Hirte zu berichten habe.
Diese wunderbare Nachricht muss seit dieser Nacht weitererzählt werden. Und jedes Jahr gibt es seither eine Nacht, die die „Heilige Nacht“ heißt, in der wir uns an die Geburt Jesu erinnern.