Es ist Passionszeit

Es ist schon eine besondere Passionszeit in diesem Jahr…

Passionszeit-Zeit, die Leidensgeschichte Jesu und im übertragenen Sinn sein ganz persönliches Leid in den Blick zu nehmen. Vielleicht sagt uns gerade die diesjährige Passionszeit und vor allem die kommende Karwoche: Leid kann nicht aus dem Leben ausgeschlossen werden, aber die Hoffnung auf Auferstehung kann gestärkt werden.

Am Tiefpunkt des Lebens, auf dem Hügel Golgatha ist gleichzeitig auch der Wendepunkt des Leides – auf Karfreitag folgt mit der Auferstehung Ostern und neues Leben. Vielleicht kann uns diese Perspektive helfen, allem Schwierigen standzuhalten und es zu überwinden, gerade in diesen Tagen. Dann heißt das Sehen vom Leid in der Welt: Sehen mit dem Herzen.

Die Theologin und Schriftstellerin Christina Brudereck schreibt in einem ihrer Bücher, dass sie in der Karwoche (da ist das Jahr etwa 100 Tage alt) aufschreibt, was sie nicht geschafft hat. Versprechen, die sie nicht halten konnte, Vorhaben, die sie nicht umsetzen konnte, sich selbst, Gott und Menschen gegenüber. Sie fragt sich: wo wollte ich mich einem Konflikt widmen und habe es nicht getan, wo bin ich ausgewichen, einer Person oder einem Thema?

Ich persönlich habe mir vorgenommen diese Fragen für mich in der Karwoche auch einmal in den Blick zu nehmen, mich mit mir selbst zu verabreden, um meiner Seele Platz zu schaffen. Zeit haben wir ja dafür…

Vielleicht können ihr euch das für euch auch vorstellen? Und dann können wir hoffentlich gestärkt und frei in die neue Zeit gehen, in Auferweckung und Frühling. Dann ist Platz für Gnade, Wunder und Erneuerung uns an Ostern geschenkt!

In diesem Sinne uns allen eine gesegnete Karwoche 2020!

Bärbel Westerholz, Gemeindepädagogin Ev. Jugendregion Kirchlengern